GB – Rauchfrei – Babsi Hey

Rauchfrei

Ein Gastbeitrag von Babsi Hey – chaoshoch6

1 Jahr rauchfrei – (k)ein Grund zu feiern

Am 25. Juli 2018, um 11:00 Uhr habe ich mir den letzten Glimmstängel angesteckt. Seit diesem Zeitpunkt habe ich keine mehr ge(b)raucht.

Doch wenn jetzt jemand klatschen will und sagen möchte, wie toll das ist, dem möchte ich gleich einmal aufhalten. Bitte nicht klatschen und toll ist was anderes.

Warum ich überhaupt geraucht habe

Eigentlich wollte ich nicht tatsächlich rauchen. Mir stank das ehrlich gesagt. Meine Eltern rauchten und ich stank dadurch. Ich wurde gemieden, weil ich so komisch roch. Meine Schulsachen rochen auch.

Ab einem gewissen Alter lernt man auch, dass rauchen schädlich für die eigene Gesundheit ist. Schon in der Volksschule erfährt man von den Risiken. Irgendwann kommt dann das Alter, in dem man früher dachte, wenn man zu den coolen Kids gehören möchte, müsse man rauchen. Und wer jetzt denkt, ich bin wohl in eine Schule unterste Schublade gegangen, der irrt. Ich war damals bereits an einer höheren Schule.

Aber ich habe nicht zu rauchen begonnen, weil ich cool sein wollte. Nein. Ich habe zu rauchen begonnen, weil ich damit zeigen wollte, dass ich eine moderne junge Frau bin, die sich von ihrer männlichen Hälfte nicht sagen lässt, was sie zu tun hat und was nicht.

Ja, da schaut ihr jetzt. Ich hatte damals einen Freund, für den Frauen in die Küche gehörten, die Küche im Keller und der Keller unter Wasser.

Also ich rauchte, weil ER es mir verbieten wollte. Zu den coolen Kids gehörte ich dann zwangsläufig auch.

Meine vier Schwangerschaften

Nein, da habe ich die Zigaretten nicht ge(b)raucht. Jedes Mal, wenn der Schwangerschaftstest positiv war, legte ich die Zigaretten weg. Das Problem: jedes Mal, wenn die Stillzeit vorüber war, steckte ich sie mir wieder an. Ich war nicht stark genug.

Was war dann am 25. Juli 2018 anders?

An diesem Tag und die Zeit danach war ich mental kein Stückchen stärker, als nach den Schwangerschaften und Geburten. Ich wollte nicht zu rauchen aufhören, weil ich es wollte oder sollte.

Ich hatte einen hypochondrischen Schub. Der begann bereits im März und war im Juli noch nicht überstanden. Ein paar Tage vor dem 25. war ich bei meinem Arzt, weil ich die fixe Idee hatte, ich habe Lungenkrebs.

Er bemühte sich sehr, mir die Angst zu nehmen, was ja gar nicht so einfach ist. Ein wirklich toller Arzt. Auf jeden Fall meinte er, er kann mir versichern, dass ich nichts auf der Lunge habe und dass ich einfach aufhören sollte zu rauchen.

Also: ich habe aus Angst heraus aufgehört. Und ich finde das nicht besonders stark. Deswegen halte ich es auch für keinen Grund mich und meine vermeintliche Stärke zu feiern. Es steht mir auch gar nicht zu, irgendwem zu sagen, dass er oder sie das Rauchen aufgeben oder lassen soll.

Denn ich habe begonnen zu rauchen und war eigentlich nicht stark genug es wieder zu beenden.

Doch jetzt kann ich mit Stolz behaupten, dass ich durchgehalten habe und bis heute keine mehr ge(b)raucht habe. Das ist schon ein wenig ein Grund zu feiern. Wie seht ihr das?

Auf bald und besucht mich gerne auf meinem Blog www.chaoshoch6.at,
Babsi Hey